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Vorstellungsgespräch auf Englisch erfolgreich meistern
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Vorstellungsgespräch auf Englisch erfolgreich meistern

Vorstellungsgespräch auf Englisch erfolgreich meistern


Was ist in englischsprachigen Jobinterviews zu beachten? Welche Standardfragen sind üblich und wie sehen die größten Unterschiede zu deutschen Vorstellungsgesprächen aus? Hier finden Sie umfangreiche Tipps und entsprechende  Redewendungen für ein erfolgreiches Vorstellungsgespräch in englischer Sprache.

Sie haben die erste Hürde in Ihrer Bewerbung im englischsprachigen Ausland genommen: Auf Ihre schriftliche Bewerbung ist eine Einladung zum Vorstellungsgespräch gefolgt. Gratulation! Doch nun heißt es die Tücken eines Gespräches in einer fremden Sprache zu meistern...


Sprachliche Anforderungen

Die Anforderungen des Unternehmens an Ihre sprachliche Kompetenz können unterschiedlich sein. Wenn bei Praktikanten noch mäßige Sprachkenntnisse ausreichend sind, so sollte ein Bewerber auf eine höhere Position über exzellente Kenntnisse verfügen.

Als Faustregel gilt, dass die Ansprüche bei einer Festanstellung oder freien Mitarbeit proportional zum Gehalt steigen. In den USA und Australien sollten die Bewerber sehr gute englische Sprachkenntnisse vorweisen, deutsche Sprachkenntnisse sind hier selten von Vorteil, da die Entfernung zum deutschen Markt zu groß ist.

In Großbritannien und Irland gibt es auch viele Anstellungen für deutsche Muttersprachler, da in diesen Ländern die Geschäftszentralen amerikanischer und australischer Konzerne ansässig sind, die den deutschen Markt per Telefon, Fax und E-Mail bedienen (z.B. Service-Hotlines). Trotz der zum Teil hohen Anforderungen an die englischen Kenntnisse, sollten sich Bewerber nicht abschrecken lassen. Über grammatikalische Fehler wird in Vorstellungsgesprächen oft charmant hinweggesehen, wenn andere Voraussetzungen stimmen. Es bietet sich auch an, einen Crashkurs vor dem Vorstellungsgespräch zu besuchen. Das sind Investitionen, die sich zu Ihrem Vorteil auszahlen können.


Die Vorbereitung auf das Gespräch

Bei Bewerbungen im Ausland findet das erste Gespräch oft telefonisch oder per Videokonferenz statt. Zur zweiten oder dritten Runde wird der Kandidat in die inländische Filiale eingeladen oder fliegt ins Ausland. Ein Vorstellungsgespräch am Telefon erfordert eine andere Vorbereitung, da die gesamte Kommunikation auf die Sprache reduziert ist.

Wichtig ist es am Telefon deutlich und langsam zu sprechen, Ihrem Gesprächspartner genau zuzuhören und nicht überhastet zu antworten. Verwenden Sie lieber eine einfache und klare Sprache, anstatt sich in Schachtelsätzen zu verzetteln. Halten Sie sich eine Liste mit Anfangsfloskeln, wichtigen Redewendungen und Fragen am Telefon bereit!  Üben Sie mit Freunden!

Ähnlich wie bei deutschen Vorstellungsgesprächen gibt es kein festes Schema über die Art und Weise, wie das Interview abläuft und auch die Länge kann von einer halben bis zu mehr als zwei Stunden variieren. Es empfiehlt sich Informationen zum Unternehmen sehr gründlich zu recherchieren. Im Interview sollten Sie Ihre Motivation und Ihre Kompetenz unter Beweis stellen. Machen Sie deshalb Ihre Hausaufgaben gewissenhaft!

Informationen über Geschäftszahlen der Unternehmen finden Sie auf den jeweiligen Homepages oder aber auch in Online-Nachschalgewerken wie www.thomasregister.com (USA + Kanada) oder  www.hoovers.com (für die USA) und www.hoovers.com/uk (für Großbritannien)


Begrüßung und Aufwärmphase

Keep Smiling! Im angloamerikanischen Bereich sind die Menschen aufgeschlossener und freundlicher im Umgang miteinander. Lächeln gehört zum guten Ton!

Sprechen Sie Ihren Gesprächspartner mit dem Vor oder Nachnamen an („Sie“ als Anrede entfällt im Englischen). Warten Sie aber hier lieber die Begrüßung durch Ihren Interviewpartner ab:
Peter, did you find our offices easily? oder Mr. Cooper, did you find our offices easily?


Am Anfang des Gespräches werden Sie sich eher über belangslose Themen unterhalten, wie z.B. Wetter oder Ihren Anfahrtsweg. Wichtig ist dabei nicht was Sie antworten, sondern wie Sie antworten! Gewinnen Sie gleich am Anfang des Interviews die Sympathie Ihres Gegenübers!

Antworten Sie nicht zu kurz, aber auch nicht zu lang.

Kleiner Tipp: Nutzen Sie die kleine Aufwärmphase vor dem Vorstellungsgespräch und führen Sie Small Talk mit der Empfangsdame oder der Sekretärin durch.

Eine erste Frage, die gestellt werden kann: „Did you find your way to our office easily?
Antworten Sie hierauf nicht nur mit „I had no problems finding my way to this office.
Fügen Sie noch „Your description was very accurate and the map you sent me was really helpful“ dazu.
Merken Sie sich: Keine Beschwerden (complaints) über eine z.B. mangelhafte Wegebeschreibung.


Nach der Kennenlernphase

Der Personaler will in der nun folgenden Phase in erster Linie vor allem Ihre fachlichen Kompetenzen testen und sich ein Bild von Ihren Charaktereigenschaften machen und verfeinern. Wichtig ist es in diesem Teil des Gespräches sich selbst erfolgreich darzustellen. Betreiben Sie Selbst-Marketing!

Stellen Sie sich auch darauf ein, dass Sie Fragen zu Ihrer Ausbildung, Berufserfahrung und beruflichem Erfolg beantworten müssen. Sie sollten sich auch über die Unterschiede in den Schul und Ausbildungssystemen im Klaren sein.

Bei der Frage nach der „job description“ geht es um eine Schilderung der Aufgaben und Verantwortlichkeiten Ihres letzten Jobs: „What were exactly the responsibilities in your last job?

Um in dieser Gesprächsphase zu brillieren, ist eine sehr gute Vorbereitung auf Standardfragen und die Vermeidung von unangenehmen Situationen notwendig. Wie im Deutschen gilt auch hier: Antworten Sie ruhig und selbstbeherrscht! Werden Sie niemals laut!!!


Fragen zu Ihrer Person und Selbstmotivation

Eine der Standardfragen lautet:
Please introduce yourself/Please tell me something about you.

Mit dieser Frage möchte der Interviewer Ihre Motivation, Reife und Fähigkeit zu strukturiertem Argumentieren und Denken herausfinden. Sie sollten Ihre Überzeugungskraft und Ihr Selbstbewusstsein unter Beweis stellen. Antworten Sie kurz und wohlüberlegt. Lassen Sie Erfahrungen aus Ausbildung/Studium miteinfliessen und natürlich auch solche, die für die angestrebte Position relevant sind.

Eine mögliche Antwort auf die Frage könnte sein:
Regarding this position the most important information you should know about me is ...


Auf folgende Frage werden Sie auf jeden Fall treffen:
Where do you see your strengths/what is your greatest strength” oder “Why should I hire you and not another candidate?

Hier kommt es vor allem darauf an besondere Fähigkeiten klar hervorzuheben und die Situationen aufzuzeigen, wo Sie diese Fähigkeiten bereits unter Beweis gestellt haben. Der Personaler möchte auch wissen, wie Ihre Stärken in der neuen Position eingesetzt werden können.


Überzeugen Sie mit Fakten und Zahlen

Antwortbeispiel:
I have strong sales skills. In my last job I increased the sales figures in my department by 30 percent to $ 500.000.

Nachdem Sie nach Ihren Stärken gefragt wurden wird sicherlich auch folgende Frage gestellt werden:
What is your greatest weakness/Please, tell me about a failure.“ Überzeugen Sie hier mit einer gemäßigten Selbstkritik!

Es ist wichtig aufzuzeigen, dass Sie mit unangenehmen Lebenssituationen umgehen können, sich gut kennen und über eine gesunde Selbsteinschätzung verfügen.
Nennen Sie harmlose Schwächen, z.B.
I have a real weakness for eating chocolate…oder …for spending too much money on shoes.

Mit der Frage “What hobbies do you have?“ will Ihr Gesprächspartner herausfinden, ob Sie sportlich und gesund sind und ob Sie teamfähig oder eher wettbewerbsorientiert sind.

Why do you want to leave/change positions?” “What was the worst thing about your last position?
Bei Fragen zur letzten Anstellung sollten Sie sehr vorsichtig sein. Generell versucht der Interviewer Ihre Loyalität zum letzten Arbeitgeber zu prüfen, um einen Eindruck über zukünftige Loyalitäten zu erhalten.  Äußern Sie sich niemals negativ!

Da Sie sich im Ausland bewerben müssen Sie auch damit rechnen direkt gefragt zu werden:
 „Why do you want to work abroad? What happens, if you get homesick?
Strahlen Sie mit Ihrer Antwort Optimismus aus. Sie sind den Herausforderungen und den zusätzlichen Belastungen in jedem Fall gewachsen!


Fragen nach Karrierezielen

Bei diesen Fragen sollten Sie sich bei der Beantwortung stark an Ihren Bedürfnissen orientieren und Seriosität und Glaubwürdigkeit zum Ausdruck bringen.
Seien Sie ein Verkäufer in eigener Sache!
  •  “Why do you feel you would be suitable for this job? Why do you want to work for this company?”
  •  “What can you do for us? How will we benefit from your work?”
  •  “What job are you looking for? What are your career goals?”
  •  “What does success mean to you?”
  •  “Where do you want to be in five years?”


Unzulässige Fragen

In englischsprachigen Ländern gilt die Maxime der „equal opportunities“, der Chancengleichheit. Aus diesem Grund muss auch die Bewerberauswahl ohne Berücksichtigung der Religionszugehörigkeit, Hautfarbe, Herkunft und Geschlecht erfolgen.
Beispiele für solche Fragen sind:
  •   „Are you married?“
  •  „Do you have children?“
  •  “What do your parents do?”

Wenn Sie solche und ähnliche Fragen während Ihres Gespräches gestellt kriegen, verweigern Sie nicht die Antwort, sondern ziehen Sie eine höfliche und beherrschte Ablehnung der Frage vor.



Kleine Denkaufgaben

Viele Unternehmen gehen dazu über Ihre Kandidaten mit kleinen Rätseln und Aufgaben zum Querdenken zu animieren:
  •  „Imagine this pencil is a car. How would you sell it to me?”
  •  “How would you connect this two servers?”
  •  “What is the approximate weight of an aeroplane?”

Hier geht es dem Personaler vor allem um das Kennenlernen Ihrer Denkstruktur. Es geht nicht um richtig oder falsch. Bieten Sie Lösungsstrategien an!


Die Schlussphase

In der letzten Phase des Gespräches werden alle Fragen nach Gehalt, Urlaubstagen, Zusatzleistungen und bezahlten Überstunden besprochen.
Das sollten Sie aber über Beschäftigungen im englischsprachigen Ausland wissen:
  • geringere Steuern und niedrigere Sozialabgaben
  • weniger Urlaubstage (15 –20 pro Jahr)
  • zum größten Teil keine bezahlten Überstunden
  • geringere Grundversorgung bei den sozialen Leistungen und im Gesundheitsbereich

Die letzte Herausforderung ist somit das Aushandeln der optimalen Bezahlung:
 „I am very interested in joining your company, but this salary is below what other companies already offered me.“
“Okay the salary could be a little bit higher but I would suggest we discuss this subject after my probationary period (Probezeit).”

Ausgehandelte Konditionen sollten schließlich schriftlich zu einem Arbeitsvertrag (employment contract) zusammengefasst werden.


Der letzte Eindruck ist genauso wichtig wie der erste!

Seien Sie auch bei der Verabschiedung genauso motiviert und höflich wie am Anfang!
 „It was very nice to meet you, and I am excited by the prospect of working for you.
 “I look forward to hearing from you.”



Nach dem Vorstellungsgespräch

Im englischsprachigen Raum, aber vor allem in den USA sollten Sie unmittelbar (spätestens 2-3 Tage) nach Ihrem Interview eine “Thank-you-note” verfassen.

Dabei handelt es sich um einen persönlichen, schriftlichen Dank bei Ihrem Interviewpartner.
In diesem Schreiben sollten Sie sich für das informative Gespräch bedanken und nochmals Ihr Interesse und Ihre Motivation unter Beweis stellen. Damit heben Sie sich auch positiv von Mitbewerbern ab.
Beachten Sie dabei, dass handgeschriebene Dankesbriefe viel persönlicher sind als eine E-Mail!



Worauf Sie außerdem achten sollten...

Im angloamerikanischen Raum wird stärker auf Dresscodes geachtet, als wir es in Deutschland gewohnt sind.  In allen öffentlichen Arbeitsbereichen, z.B. Bankwesen, Consulting wird bei Herren der dreiteilige Anzug erwartet und bei Damen ein Kostüm in gedeckter Farbe oder ein dezenter Hosenanzug. Der Rocksaum bei Kostümen darf maximal eine Handbreite über dem Knie enden!

Frauen sollten außerdem darauf achten, dass Sie kein nacktes Bein und kein zu tiefes Dekoletté zeigen. Außerdem ist auf eine angemessene Körperpflege zu achten, das bedeutet perfekt rasierte Beine und Achselhöhlen.

Beachten Sie:
Amerikaner lieben ein offenes und freundliches Lächeln, dass Sympathie beim Gegenüber mobilisiert. Da lohnt sich vorher oft ein Besuch beim Zahnarzt...


Zusammenfassung

  • Der erste Eindruck zählt. Treten Sie offen, dynamisch und freundlich auf. Keep smiling!
  • Seien Sie entspannt
  • Sprechen Sie klar und deutlich. Verwenden Sie kurze Sätze und eine einfache Sprache
  • Fragen Sie nach, wenn Sie etwas nicht genau verstanden haben
  • Legen Sie wert auf Ihr Äußeres
  • Versetzen Sie sich in die Lage des Gesprächspartners. Seien Sie freundlich und zuvorkommend
  • Präsentieren Sie Ihre Fähigkeiten, Ziele und Stärken
  • Bereiten Sie sich auf schwierige Fragen vor, versuchen Sie selbst Fragen zu stellen
  • Bedanken Sie sich freundlich nach dem Gespräch
  • Schreiben Sie eine Thank-you-note!

Last but not least - Wichtige Vokabeln
  • Working hours (Arbeitsstunden)
  • Overtime (Überstunden)
  • Probationary period (Probezeit)
  • Period of notice (Kündigungsfrist)
  • Health insurance (Krankenversicherung)
  • Dental care (Zahnzusatzversicherung)
  • Vision care (Zusatzversicherung für Sehhilfen)
  • Prescription plan (Zusatz-Medikamentenzuzahlung)
  • Free option of physician (freie Arztwahl)
  • Sick leave (Krankheitstage)
  • Holidays(Urlaub)
  • Maternity leave (Mutterschutz)
  • Pension plan (betriebliche Rentenversicherung)
  • Performance bonuses (Leistungszulagen)
  • Commission (Verkaufsprovision)
  • Company car (Firmenwagen)
  • Stock options (Vorzugsaktien für Mitarbeiter)
  • Relocation Expenses (Umzugskosten)
  • Training (Weiterbildung)
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Souverän im Vorstellungsgespräch

Weitere Tipps zum Anhören gibt es hier ...

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